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Ehemalige Lateinschule neben der
Martinskirche
(Foto: Jara Obermann) |
Weitere Themen aus der Geschichte des Eichendorff-Gymnasiums:
Das Realgymnasium in der
Pforzheimer Straße
Vom Realgymnasium zum
Eichendorff-Gymnasium
Der Namensgeber unserer
Schule
Die ganze Festschrift
zum Durchlesen
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Dr. Ludwig Weiß
Von der Lateinschule zum „Realgymnasium“
Ein Beitrag zur Schulgeschichte Ettlingens
Schon 1447 findet man in den Unterlagen einen „Schulmeister“, der hilft „Meße
singen mit den Schülern“. Sicher bestand schon im l. Drittel des 16.
Jahrhunderts eine Lateinschule (Erwähnungen 1518 und 1538), die aus der Schule
des Kollegiatstifts an St. Martin hervorgegangen war. Sie sollte angehenden
Klerikern die Kenntnis der alten Sprache vermitteln. Die Ettlinger Humanisten
Franz Friedlieb (Irenicus), Kaspar Heyd (Hedio) und Mathias Erb zeugen als einflußreiche
Vorstreiter der Reformation von der Bildung, die jene Lateinschule vermittelte.
Als Ettlingen 1622 zum katholischen Glauben zurückkehrte, zog der damalige
Rektor Johann Christoph Welsch (ITALICUS) nach
dem evangelischen Durlach, und so erlosch zunächst diese Schule.
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1623 wird
wieder ein Schulmeister eingestellt. Die Jesuitenschule, die nach Stiftung des
Jesuitenkollegs Ettlingen durch Markgraf Wilhelm 1662 entstand, war als sogenannte „deutsche Schule“ sicher nur Zubringer für das Jesuitengymnasium in
Baden- Baden. Erst 1742 genehmigte der Landesherr die Bestallung eines
Lateinlehrers an der Ettlinger Schule. Doch mit der Aufhebung des
Jesuitenordens 1773 kam auch das Ende der Jesuitenschule. Zwar baten schon 1780
die Stadtväter die Regierung um die Errichtung einer lateinischen Schule, aber
erst 1808 genehmigte der Landesherr Carl Friedrich diese Schule, die der
Struktur nach eine Bürgerschule war. m Gefolge der einsetzenden
Industrialisierung wuchs das Bedürfnis nach stärkerer Von der Lateinschule zum
Realgymnasium 31 50 Jahre Eichendorff-Gymnasium Betonung der Realienfächer auf
Kosten des altsprachlichen Unterrichts. |
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Die sog. „Höheren Bürgerschulen“ sollten dem Rechnung tragen. Zum Latein kam
Französisch. Andere Fächer waren Rechnen, Geometrie, Erdkunde, Natur- und
Gewerbekunde. Gegen beachtlichen Widerstand des Bürgerausschusses Ettlingen
wurde dann im Oktober 1842 die Umwandlung der lateinischen Schule in eine
Höhere Bürgerschule verfügt. Der Widerstand gründete sich dabei nicht etwa auf
Bildungsfeindlichkeit, sondern die finanzielle Mehrbelastung, die auf die
Gemeinde zukam, war der Hemmschuh. Latein blieb aber in der neuen Schulform als
Fach bestehen. Die Anstalt führte nun vier Klassen. Als freiwilliges Fach kam
Englisch in einem zweijährigen Kurs dazu. 1896 wurde in der vierklassigen
Schule der Realschullehrplan eingeführt. Seit diesem Jahr wurden auch Mädchen
aufgenommen. 1901 erweiterte man die Schule zu einer siebenklassigen Realschule
mit angegliedertem Realprogymnasium. 1909 wurde die Schule in „Realprogymnasium
mit Realschule“ umbenannt.
1922 musste die Realschule umziehen und fand Platz in der Räumen der
Rheinlandkaserne.
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Im Jahre 1925 erfolgte nach Muster der Goetheschule Karlsruhe
die Einführung des Lehrplans des Reformrealgymnasiums. Danach bildete das
Latein das Fundament des gesamten fremdsprachlichen Unterrichts. Darauf baute
sich das Englisch und das Französisch auf. Auf Wunsch der einheimischen und
auswärtigen Schüler, auch die Prima absolvieren und das Abitur ablegen zu
können, wurde nach Erhalt der Genehmigung 1926 eine Unter- und 1927 eine
Oberprima eingegliedert. In diesem Jahr erhielt die Schule die Bezeichnung
„Realgymnasium Ettlingen“. Der gleichzeitig angeordnete Abbau der Realschule
wurde stufenweise durchgeführt und war 1931 beendet. Quellen:
W. Blaschka, Ansprache des Schulleiters beim Festakt
am 10.12.1982. In Almanach Nr. 3 des Eichendorff-
Gymnasiums.1982/83.
R. Stenzel, Ettlingen vom 14.-17. Jahrhundert.
Ettlingen.1982.
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