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Die Anfänge des Eichendorff-Gymnasiums: Auszug aus der Festschrift (Dez. 2007)

 

Ehemalige Lateinschule neben der Martinskirche
(Foto: Jara Obermann)
Weitere Themen aus der Geschichte des Eichendorff-Gymnasiums:

Das Realgymnasium in der Pforzheimer Straße

Vom Realgymnasium zum Eichendorff-Gymnasium

Der Namensgeber unserer Schule



Die ganze Festschrift zum  Durchlesen
 
Dr. Ludwig Weiß

Von der Lateinschule zum „Realgymnasium“
Ein Beitrag zur Schulgeschichte Ettlingens


Schon 1447 findet man in den Unterlagen einen „Schulmeister“, der hilft „Meße singen mit den Schülern“. Sicher bestand schon im l. Drittel des 16. Jahrhunderts eine Lateinschule (Erwähnungen 1518 und 1538), die aus der Schule des Kollegiatstifts an St. Martin hervorgegangen war. Sie sollte angehenden Klerikern die Kenntnis der alten Sprache vermitteln. Die Ettlinger Humanisten Franz Friedlieb (Irenicus), Kaspar Heyd (Hedio) und Mathias Erb zeugen als einflußreiche Vorstreiter der Reformation von der Bildung, die jene Lateinschule vermittelte. Als Ettlingen 1622 zum katholischen Glauben zurückkehrte, zog der damalige Rektor Johann Christoph Welsch (ITALICUS) nach dem evangelischen Durlach, und so erlosch zunächst diese Schule.
 



1623 wird wieder ein Schulmeister eingestellt. Die Jesuitenschule, die nach Stiftung des Jesuitenkollegs Ettlingen durch Markgraf Wilhelm 1662 entstand, war als sogenannte „deutsche Schule“ sicher nur Zubringer für das Jesuitengymnasium in Baden- Baden. Erst 1742 genehmigte der Landesherr die Bestallung eines Lateinlehrers an der Ettlinger Schule. Doch mit der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 kam auch das Ende der Jesuitenschule. Zwar baten schon 1780 die Stadtväter die Regierung um die Errichtung einer lateinischen Schule, aber erst 1808 genehmigte der Landesherr Carl Friedrich diese Schule, die der Struktur nach eine Bürgerschule war. m Gefolge der einsetzenden Industrialisierung wuchs das Bedürfnis nach stärkerer Von der Lateinschule zum Realgymnasium 31 50 Jahre Eichendorff-Gymnasium Betonung der Realienfächer auf Kosten des altsprachlichen Unterrichts.

Die sog. „Höheren Bürgerschulen“ sollten dem Rechnung tragen. Zum Latein kam Französisch. Andere Fächer waren Rechnen, Geometrie, Erdkunde, Natur- und Gewerbekunde. Gegen beachtlichen Widerstand des Bürgerausschusses Ettlingen wurde dann im Oktober 1842 die Umwandlung der lateinischen Schule in eine Höhere Bürgerschule verfügt. Der Widerstand gründete sich dabei nicht etwa auf Bildungsfeindlichkeit, sondern die finanzielle Mehrbelastung, die auf die Gemeinde zukam, war der Hemmschuh. Latein blieb aber in der neuen Schulform als Fach bestehen. Die Anstalt führte nun vier Klassen. Als freiwilliges Fach kam Englisch in einem zweijährigen Kurs dazu. 1896 wurde in der vierklassigen Schule der Realschullehrplan eingeführt. Seit diesem Jahr wurden auch Mädchen aufgenommen. 1901 erweiterte man die Schule zu einer siebenklassigen Realschule mit angegliedertem Realprogymnasium. 1909 wurde die Schule in „Realprogymnasium mit Realschule“ umbenannt.
1922 musste die Realschule umziehen und fand Platz in der Räumen der Rheinlandkaserne.
 
 
Im Jahre 1925 erfolgte nach Muster der Goetheschule Karlsruhe die Einführung des Lehrplans des Reformrealgymnasiums. Danach bildete das Latein das Fundament des gesamten fremdsprachlichen Unterrichts. Darauf baute sich das Englisch und das Französisch auf. Auf Wunsch der einheimischen und auswärtigen Schüler, auch die Prima absolvieren und das Abitur ablegen zu können, wurde nach Erhalt der Genehmigung 1926 eine Unter- und 1927 eine Oberprima eingegliedert. In diesem Jahr erhielt die Schule die Bezeichnung „Realgymnasium Ettlingen“. Der gleichzeitig angeordnete Abbau der Realschule wurde stufenweise durchgeführt und war 1931 beendet. Quellen:
W. Blaschka, Ansprache des Schulleiters beim Festakt
am 10.12.1982. In Almanach Nr. 3 des Eichendorff-
Gymnasiums.1982/83.
R. Stenzel, Ettlingen vom 14.-17. Jahrhundert.
Ettlingen.1982.
 

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